Frankfurt/Main (dapd). Deutschlands gr??te Geldh?user haben der europ?ischen Bankenaufsicht EBA zufolge eine Kapitallücke in H?he von 13,1 Milliarden Euro. Diese muss nach Angaben der Beh?rde bis Mitte kommenden Jahres geschlossen werden – ihre Strategien dafür müssen die Institute bereits am 20. Januar auf den Tisch legen. Primus Deutsche Bank will schon bis Ende des Jahres die Zielmarke der EBA erreicht haben.
Die Kapitalst?rkung ist für schlechte Zeiten gedacht und soll die Banken in Krisenzeiten zahlungsf?hig erhalten sowie ihre Glaubwürdigkeit gegenüber Gl?ubigern st?rken. Seit dem Bankrott der US-Investmentbanken Bear Stearns und Lehmann Brothers 2008 hatten die Finanzinstitute viel Vertrauen verloren und liehen sich auch gegenseitig nur noch Geld, wenn sie absolut sicher waren, es auch wiederzubekommen.
Die Deutsche Bank muss nun laut EBA insgesamt 3,2 Milliarden Euro auftreiben, um den Vorgaben zu genügen. In einer Stellungnahme beharrte Deutschlands gr??te Bank darauf, dass der EBA-Test nur die Situation bis zum Stichtag Ende September aufzeige. Die Deutsche Bank habe seitdem “deutliche Fortschritte gemacht”. Deshalb gehe sie davon aus, sogar schon bis Ende des Jahres den Ansprüchen der EBA gerecht zu werden. Das kommende Jahr werde man für eine weitere St?rkung des Kapitalkissens nutzen k?nnen, hie? es.
Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank rauschten am Nachmittag an der Frankfurter B?rse runter. Grund waren Meldungen über die Ergebnisse des Tests, die sich sp?ter in der tats?chlichen Ver?ffentlichung best?tigten. Deutschlands Bankenlobby zeigte sich ver?rgert über die Stresstests. Sie h?tten mehr Unsicherheit als Gewissheit gebracht, erkl?rten der deutsche Bankenverband BdB und der Verband der ?ffentlichen Banken V?B.
“Das von der EBA gew?hlte Verfahren für die Durchführung des Banken-Stresstests ist inkonsistent und insofern ?rgerlich”, sagte V?B-Hauptgesch?ftsführer Hans Reckers. “Der Stresstest hat damit sein vorrangiges Ziel, Vertrauen in den M?rkten zu schaffen, nicht erfüllt.” Der BdB nannte das EBA-Vorgehen “chaotisch”.
Die Commerzbank steht ihrerseits vor der Aufgabe insgesamt 5,3 Milliarden Euro in den Kapitalstock einzubringen. Weil nicht das Kerngesch?ft, sondern haupts?chlich die Eurohypo mit vielen Staatanleihen aus Schuldenl?ndern betroffen ist, kommt auch ein Verkauf der Tochter infrage, wie die Nachrichtenagentur dapd berichtete. Das würde Beobachtern zufolge einen Gro?teil des Problems l?sen. Als einzigen Interessenten sehen sie den Steuerzahler.
Finanzvorstand Eric Strutz überraschte nach der Ver?ffentlichung der Zahlen mit der Mitteilung, dass die Bank keine ?ffentlichen Gelder mehr in Anspruch nehmen wolle. “Wir bleiben bei unserem Vorhaben, keine zus?tzlichen ?ffentlichen Gelder aufzunehmen”, sagte Strutz. Der deutsche Staat h?lt bereits 25 Prozent und eine Aktie an der Commerzbank und hatte ihr Kreditlinien in Milliardenh?he einger?umt.
Zwei Landesbanken, die hessische Helaba und die Norddeutsche Landesbank, seien nur formal durch den Stresstest gerasselt, erkl?rte die deutsche Finanzaufsicht Bafin. Beide hatten nach dem Stichtag Einigungen mit ihren Landesregierungen getroffen. Im Falle der Helaba handelte es sich um eine Kapitalumwandlung, die dazu führt, dass Hessen an Gewinnen, aber auch an Verlusten beteiligt wird.
Auch die Frankfurter DZ Bank, die als Finanzzentrale der Volks- und Raiffeisenbanken fungiert, ben?tigt neues Kapital. Die DZ Bank wolle ihren Bedarf von 353 Millionen Euro aus “eigener Kraft” stemmen, sagte ein Sprecher. Die WestLB steckt bereits in einer tiefen Restrukturierung.
dapd
