Solms (dapd). Der Kamerahersteller Leica ist auf dem Weg zu neuen Rekorden. Nach einer deutlichen Steigerung von Umsatz und Betriebsergebnis im ersten Gesch?ftshalbjahr hob der Unternehmensvorstand am Montag in Solms seine Prognose für das am 31. M?rz 2012 endende Gesamtjahr deutlich an. Nach dem Einstieg des Finanzinvestors Blackstone soll der legend?re Kamerahersteller von der B?rse genommen werden.
Wie Leica in einer Pflichtmitteilung für die B?rse berichtete, stieg nach vorl?ufigen Berechnungen der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Gesch?ftsjahres um 27,9 Prozent im Vorjahresvergleich auf 141,7 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs sogar um 138,6 Prozent auf 33,1 Millionen Euro.
Genauere Zahlen will Leica am 10. November vorlegen. Der Vorstand hob “aufgrund der au?erordentlich guten Entwicklung im ersten Halbjahr” seine Prognosen für das laufende Gesch?ftsjahr dramatisch an: Der Umsatz soll nach den Worten von Finanzvorstand Andreas Lobej?ger nun um mindestens zehn Prozent wachsen. Bisher hatte das Unternehmen ein Plus von nur drei bis fünf Prozent vorausgesagt. Das Ebit, das bislang bei über 20 Millionen Euro angesetzt war, soll nach der neuen Prognose 20 Prozent über dem Vorjahreswert von 41,5 Millionen Euro liegen.
Die positive Gesch?ftsentwicklung zeige, “dass es für Leica die richtige Entscheidung war, auf neue, innovative Produkte zu setzen und nunmehr mit einem kompletten, vollst?ndig digitalen Kameraportfolio am Markt zu sein”, erkl?rte Vorstandschef Alfred Schopf.
Der weltberühmte Kamerahersteller war beinahe in die Pleite gerutscht, nachdem er den Wandel zur Digitaltechnik verschlafen hatte. Zur Rettung kam der ?sterreichische Investor Andreas Kaufmann. Der will nun nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors Blackstone die Leica Camera AG wieder von der B?rse nehmen.
Blackstone hatte Mitte Oktober die übernahme von 43,9 Prozent der Leica-Anteile bekanntgegeben, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbeh?rden. 53,5 Prozent der Aktien blieben demnach bei den Brüdern Kaufmann und deren Investmentfirma ACM Projektentwicklung.
Kaufmann teilte am Freitag mit, er wolle die Besitzer der restlichen 2,44 Prozent der Stimmrechte bis sp?testens April 2012 gegen eine entsprechende Abfindung aus dem Unternehmen dr?ngen. Dann soll Leica von der B?rse genommen werden. Kaufmann begründete den angestrebten Squeeze-out damit, dass mit dem Einstieg von Blackstone “eine Finanzierung von Leica über den Kapitalmarkt künftig nicht mehr notwendig” sei. Zudem verringere der Rückzug von der B?rse die Kosten im Unternehmen, weil keine Hauptversammlungen mehr einberufen und Quartalsberichte erstellt werden müssten.
dapd