In Griechenland haben im Zuge eines Generalstreiks zehntausende Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung demonstriert. In der Hauptstadt Athen gingen nach Polizeiangaben 17.000 Menschen auf die Stra?e. Zahlreiche Beh?rden blieben geschlossen, Zug- und F?hrverbindungen waren eingeschr?nkt. Ministerpr?sident Lucas Papademos bekr?ftigte jedoch seinen Willen zur Umsetzung der Sparma?nahmen.
Auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament in Athen versammelten sich unter starken Sicherheitsvorkehrungen rund 3000 Demonstranten. Wie das Staatsfernsehen berichtete, warfen rund 150 Jugendliche im Stadtteil Exarchia Brands?tze und steckten ein Auto in Brand. Auch in der n?rdlichen Stadt Thessaloniki nahmen etwa 6000 Menschen an Gewerkschaftsprotesten teil. Der Generalstreik im Oktober hatte landesweit noch 120.000 Menschen mobilisiert.
Der Flugverkehr sowie die Athener U-Bahn und B?rse liefen normal. Busse fuhren mehrere Stunden nicht. Die Gewerkschaft des ?ffentlichen Diensts, ADEDY, und die für den Privatsektor, GSEE, kritisieren die anstehenden Massenentlassungen sowie die Lohnkürzungen. Es war der erste Generalstreik gegen die neue Regierung der nationalen Einheit unter dem ehemaligen Banker Papademos und der sechste Generalstreik in diesem Jahr.
Die Proteste richteten sich auch gegen die verbreitete Steuerhinterziehung, durch die dem Staat nach EU-Angaben rund 60 Milliarden Euro Einnahmen entgehen. Viele der Demonstranten waren zudem emp?rt über die drastischen Lohnkürzungen, durch die ihr Einkommen in den vergangenen zwei Jahren teilweise um die H?lfte reduziert wurde. Andere forderten Ma?nahmen zur St?rkung der Wirtschaft statt weitere Einschnitte. Griechenland befindet sich in einer tiefen Rezession.
Der Haushaltsentwurf für 2012, der auf Druck der Europ?ischen Union und des Internationalen W?hrungsfonds (IWF) weitere strikte Sparma?nahmen und Steuererh?hungen vorsieht, soll am Dienstag im Parlament verabschiedet werden. In einem Brief an EU und IWF versprach Papademos am Donnerstag ungeachtet der Proteste, die im Oktober beschlossenen Sparma?nahmen umzusetzen. Dies sei “entscheidend, um das langfristige Wohlergehen des griechischen Volkes zu verbessern”.
